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Vereinigung zur Förderung der Europäischen Zusammenarbeit e.V. (VFEZ)

Bürgerbegegnung in Waldkappel

mit den Freunden aus den Partnerstädten Carhaix und Hazerswoude

vom Donnerstag den 25. Mai 2017 bis Sonntag den 28. Mai 2017

 

Projekttitel: Flüchtlinge und Europa,

die neue Herausforderung für die EU

Programm:

 

Donnerstag, 25.05. 2017

Ca. 17:00 Uhr Eintreffen der Gäste in der Rue de Carhaix (vor der kath. Kirche)

Begrüßung und Vorstellung der Gastgeberfamilien.

Anschließend Beisammensein beim „Maibaumfällen und Versteigern“, danach Abend in den Gastgeberfamilien.

 

Freitag, 26.05. 2017

Um 9:00 Uhr Abfahrt nach Friedland.

Besuch des „Heimkehrer-Museums“. Dort Informationen über Flüchtlinge, Vertriebene, entlassene Kriegsgefangene, displaced Persons, Aussiedler/innen in den letzten 70 Jahren.

Anschließend Fahrt nach Han. Münden dort Picknick auf dem „Tanzwerder“, danach Rundfahrt mit einem Schiff auf Fulda und Weser.

Rückfahrt nach Waldkappel, Abend in den Familien. Für Jugendliche und Junggebliebene sowie Flüchtlinge Spieleabend im Bürgerhaus.

 

Samstag, 27.05. 2017

Ca. 10:00 Uhr Karlheinz-Böhm-Schule Waldkappel:

Gemeinsames Kochen mit den Flüchtlingen, Zubereitung typischer arabischer, französischer, holländischer und deutscher Speisen

Parallel zum Kochen Vortrag von Herrn Richter (Geschichtsverein Waldkappel) über den Aufbau der Bonifatiussiedlung mit Unterstützung der Baugesellen aus Belgien und den Niederlanden.

Anschließend gemeinsamer Verzehr der Speisen.

Danach Europaspiel auf dem Schulgelände.

Nachmittag zur freien Verfügung

19:00 Uhr Bürgerhaus Waldkappel. Reden, bzw. Vorträge zum Thema Flüchtlinge und Europa. Redner Staatsminister Michael Roth, Bürgermeister Reiner Adam und VFEZ-Vorsitzende Walter Pfetzing.

Anschließend Büffet und danach gemütliches Beisammensein bei Musik und Tanz

 

Sonntag, 28.05 2017

10:30 Uhr Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Waldkappel.

Nach dem Gottesdienst ca. 11:30 Uhr Verabschiedung der Freunde aus den Partnerstädten vor dem Bürgerhaus.

 

Alle vorgenannten Teilveranstaltungen werden gemeinsam mit den Flüchtlingen, welche sich zur Zeit in Waldkappel befinden durchgeführt.

 

 

Projektziele

Nach 70 Jahren Frieden hat das Erfolgsmodel der Europäischen Union  bei den Bürgern  zu einer Gewöhnung und Passivität zur EU geführt. Der starke Zustrom von Flüchtlingen im letzten Jahr hat jedoch gezeigt, dass die EU mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird. Die Angst vor Überfremdung war eine der Hauptursachen des BREXIT. Ziel des Projektes ist es, den Bürgern aus den drei Partnerstädten durch Vermittlung von Informationen über die Integrationsarbeit mit den Flüchtlingen ein möglichst wirklichkeitsnahes Bild der derzeitigen Situation aufzuzeigen. Hierdurch sollen eventuelle Vorbehalte abgebaut werden und die Machbarkeit von Integration dargestellt werden. Durch die Bildung von gemischten Arbeitsgruppen aus den drei Partnerstädten soll das Ganze als europäische Aufgabe erlebt und erarbeitet werden. Hierbei soll auch erkannt werden, dass diese Herausforderung nicht allein von Spitzenpolitikern gelöst werden kann, wenn die Bürger der EU nicht mitmachen. Ohne die Mitwirkung einer europäische Basisdemokratie wird hier nichts gelingen.

In ihrer Meinung bestärkt werden sollen die Beteiligten durch positive Erfahrungen aus der Nachkriegsgeschichte.

Informationen über eine erfolgreiche Integration zeigt die Bonifatiussiedlung in Waldkappel , welche in den 50er Jahren für Heimatvertriebene errichtet wurde. Bedeutend war hier die Arbeit des Baugesellenordens. Junge Männer, welche überwiegend aus Belgien und den Niederlanden kamen, verrichteten hier Schwerstarbeit. Hervorzuheben dabei sind die Männer aus dem Dorf Vinkt in Belgien. Dort hatte sich in 1940 eine Einheit der deutschen Wehrmacht von Partisanen beschossen geglaubt. Daraufhin wurden 86 Männer aus diesem Dorf standrechtlich erschossen. Nur elf Jahre danach kommen junge Männer aus diesem Ort nach Waldkappel, um dort mit harter Arbeit die Wohnungsnot der Deutschen zu lindern. Hier wurde bereits im Kleinen ein riesiger Schritt für unsere heutige Europäische Union geleistet.

Im Friedland-Museum werden Informationen des Grenzdurchgangslagers am gleichen Ort vermittelt. Das Lager wurde in1945 gegründet. Seit dieser Zeit haben es mehr als 4 Millionen Menschen passiert. Diese Menschen kamen aus allen Teilen der Welt. Im heutigen Grenzdurchgangslager wird u.a. die Erstaufnahme für Flüchtlinge durchgeführt. Das Museum spiegelt den politischen und gesellschaftlichen Umgang von Menschen auf der Flucht in Deutschland wieder. Es zeigt die Dynamik von Migration und die Versuche sie zu kontrollieren.

Durch die Informationen welche über die derzeitigen Flüchtlinge, die Bonifatiussiedlung und die Vergangenheit gezeigt werden, soll den Bürgern aus den drei Partnerstädten das Folgende vermittelt werden: Migration ist nichts Neues. Es gab immer wieder Zeiten mit einer hohen Anzahl von Migranten. Doch diese Herausforderungen wurden in der Vergangenheit und werden auch in der Gegenwart hier in Waldkappel und Umgebung gemeistert. Die Not von Flüchtlingen zu lindern ist ein Gebot der Menschlichkeit und entspricht unseren europäischen Wertvorstellungen. Die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Dass wir Europäer über die Fähigkeit verfügen Voreingenommenheit und Hass zu überwinden, haben wir in den letzten siebzig Jahren bewiesen. Ein besonderes Beispiel hierfür haben uns seinerzeit die Baugesellen aus Vinkt hier in Waldkappel gezeigt.

 

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